Die Bedeutung von Yoga
Das Wort Yoga kommt aus der altindischen Sprache Sanskrit und wird in der tibetischen Sprache mit Nalschor übersetzt. Nal ist ein Teil des Wortes Nalma und bedeutet wahr, echt, eigentlich und bezieht sich in diesem Kontext auf die wahre Natur der Phänomene. Jede philosophische Tradition und Sichtweise hat ihre eigene Darlegung und Ausdrucksform, was die wahre Natur der Dinge oder Phänomene betrifft. Aus buddhistischer Sicht entstehen alle Erscheinungen aus einer gegenseitigen Abhängigkeit von bestimmte Ursachen und Umständen. In ihrer Essenz sind sie jedoch vom Aspekt der Leerheit, das heißt frei von einer inhärenten Existenz geprägt.
Schor kann mit erreichen oder ankommen übersetzt werden. In Verbindung mit Aal bedeutet es, dass die Erkenntnis der Natur der Phänomene erlangt wurde. Um diese Natur zu erreichen, werden die Yogaübungen der inneren Kanäle und des inneren Windes praktiziert. Mit Hilfe der Methode des inneren Windes kann die Einsicht in die Natur des Geistes und das ruhige, stille Verweilen darin erreicht werden. Dieses ruhige Verweilen wird als Samatha bezeichnet, eine grundlegende Form der Meditation zur Entwicklung von geistiger Ruhe, Konzentration und Stabilität. Das friedvolle, stille Verweilen ist geprägt von Bewusstheit, Wachheit und Klarheit.
Die grundlegende Erklärung des Wortes Nalschor unterscheidet sich sehr von dem, was im Westen normalerweise unter Yoga und Meditation verstanden wird. In der modernen Zeit werden vor allem die Körperbewegungen und -haltungen und die Atemtechniken als Yoga bezeichnet. Im Grunde genommen sind dies die Methoden der Vorbereitung, um schliesslich Yoga oder Nalschor zu erfahren. Die vorbereitenden Übungen sind die Grundlagen des eigentlichen Yogas und bilden die Voraussetzung für die weiterführenden Yogatechniken und für tiefe Yogaerfahrungen.
Nalschor bedeutet die Erkenntnis der Natur der Phänomene und des Geistes, sowie das stille, friedvolle Verweilen darin.
Buddhistische Lebensphilosophie
Die buddhistische Lehren basieren auf umfangreichen philosophischen Betrachtungsweisen in Verbindung mit klaren Leitlinien und einer weisen Lebensführung. Die Praxis von Meditation und Yoga und die daraus entwickelten und kultivierten Erfahrungen und Erkenntnisse sind wichtige und grundlegende Elemente im Buddhismus. Sie werden in ihrer Gesamtheit in das alltägliche Leben geführt, um ein friedvolles und glückbringendes Leben zu erfahren.
Die buddhistische Yoga- und Meditationspraxis dient der Weiterentwicklung des Bewusstseins und der Kultivierung positiver Qualitäten wie Grosszügigkeit, Mitgefühl, liebende Güte und innere Freude. Die philosophische Lehre, die Praxis des Yogas und der Meditation, werden ins alltägliche Leben transferiert und gelebt. Buddhismus als Philosophie des Lebens fordert auf die Werte der Lehre im eigenen Leben nahbar und wahrhaftig zu leben.
Vergangenheit
Die Vergangenheit ist Geschichte, niemand kann diese Geschichte verändern. Es ist Zeit die Last der Vergangenheit loszulassen und die Schultern zu erleichtern. Loslassen ist keine Schwäche, es ist der Weg und die Art und Weise wie wir frei werden und im gegenwärtigen Augenblick ankommen.
Gegenwart
Tauchen Gedanken auf, die die Ruhe und den inneren Frieden stören, folge ihnen nicht. Kehre zu deinem Atem zurück und verweile im gegenwärtigen Augenblick. Der Fokus auf den Atem bringt dich zurück zu Bescheidenheit und Einfachheit. Innerer Frieden beginnt mit einem Atemzug genau jetzt im gegenwärtigen Moment.
Zukunft
Suche den Frieden nicht in Wünschen und Erwartungen, die in der Zukunft liegen. Jetzt wird innerer Frieden und Ruhe herrschen ist kein Wunsch, es ist eine Entscheidung. Ein stilles Versprechen, das wir jeden Augenblick durch unsere Rede, unser Handeln und unser Gehen erneuern. Innerer Frieden ist keine Qualität auf die wir warten, es ist etwas, dass wir gegenwärtig praktizieren - Atemzug für Atemzug, Schritt für Schritt.
Wo Außen und Innen gleich, ist Wissens Unendlichkeit, wo Schatten und Licht identisch, ist der Weisheit Unendlichkeit.
Künstlerischer Ausdruck von Yoga
Der tibetische Buddhismus bedient sich seit Jahrhunderten einer bildhaften und farbenprächtigen Ausdrucksform, die als Quelle der Inspiration die geheimen Yogatechniken versinnbildlicht und offenbart. In Form der farbenprächtigen Mandalas und Gemälden werden Praktizierende ohne sprachliche Worte in die Tiefe der Yogaphilosophie geführt. Der künstlerische Aspekt hat eine bedeutende Rolle, um den Menschen den spirituellen Weg bildhaft zu enthüllen.
Der geheime Tempel Lukhang in Tibet offenbart eine mystische Reise in die Welt des tantrischen Yogas. Aussergewöhnliche Wandgemälde stellen die Yoga- und Meditationstechniken der höchsten Stufe des tibetischen Tantras dar. Die Lukhang Wandbilder sprechen bildhaft als zeitlose Zeugnisse einer profunden Lehre, die zu mystischen Einsichten und Erkenntnis in ihrer Vollendung führt.
Yoga und Kunst
Das innere Schauen entdecken, ermöglicht den Betrachtenden – genauso wie beim Praktizieren von Yoga – in einen Zustand der inneren Versenkung zu kommen.