Weg in die Gegenwärtigkeit
Yoga dient als Brücke zur lebendigen Gegenwärtigkeit, im Fokus die Stille des ruhigen Verweilens. Das bewusste Verweilen in der Gegenwärtigkeit bietet den Raum die Verbundenheit von Body und Mind zu erfahren. Körper und Geist sind eins - dort wo der Körper zu erfahren ist, ist auch der Geist erfahrbar.
Im Alltag rückt die Bewusstheit für den Körper oftmals in den Hintergrund. Der Körper mit seiner einzigartigen Form ist das Haus des Lebens für den Geist. Body und Mind bilden eine Gemeinschaft, das Fundament der Gestaltung des weltlichen Lebens. Wird der Körper bewusster erfahren, öffnet sich über das ruhige Verweilen in der Gegenwärtigkeit das Tor zum Geist.
Körper und Geist werden in Achtsamkeit zusammengeführt und im gegenwärtigen Moment vereint. Aus dieser stabilen Geisteshaltung wird der Geist weder in die Vergangenheit noch in die Zukunft zurückkehren. Bleibt der Körper und Geist in der bewussten Gegenwärtigkeit vereint, entfaltete sich eine tiefe Achtsamkeit. Das natürliche Ergebnis der Achtsamkeit entsteht aus einer präzisen Bewusstheit und Tiefe.
Verweilen Body und Mind in Einheit, stören weder Hass, Ärger, Gier oder Illusionen die Ausrichtung des Geistes. Aus dieser gelebten Gegenwärtigkeit entwickelt sich die Klarheit und Reinheit der wahren Natur. Die innewohnende Natur entfaltet sich aus sich heraus aus dem innersten Kern, wenn der Geist den Zustand des ruhigen stillen Verweilens entwickelt. Alles ist so klar wie ein reiner kristallklarer Bergsee, aus dieser Reinheit entsteht aus dem richtigen Verständnis der Dinge eine allumfassende Weisheit. Alle Phänomenen des Körpers, des Geistes und der Umstände werden klar wahrgenommen, nicht kontrolliert durch Vorurteile, Hass, Anhaftung oder Ego.
Loslassen ohne Anhaftung und Bedauern ist das Ergebnis des richtigen Verständnisses der wahren Natur. Werden die Phänomene wahrhaftig verstanden und in Weisheit kultiviert, wird das Loslassen ohne Zwang in Natürlichkeit stattfinden. Loslassen ist kein Verlust, es ist die Befreiung vom Festhalten, weil es schlussendlich keine endgültige Bindung gibt.
Sind Körper und Geist immer im gegenwärtigen Moment vereint, manifestiert sich allmählich Weisheit und das Loslassen ist ein natürliches Ergebnis des inneren Verstehens ohne Anstrengung oder strikte Bemühungen. Die Weisheit entfaltet sich vollkommen natürlich aus der Klarheit der innewohnenden Natur in der Verbundenheit von Body und Mind. Die Bewusstheit der Gegenwärtigkeit entfaltet sich wie eine strahlende Blüte aus dem erwachenden Morgen heraus.
Die Fähigkeit zu beobachten, ohne zu bewerten, ist die höchste Form der Intelligenz.
Bewegung in die Stille
Die Entscheidung wieder vermehrt bei sich selbst anzukommen, ebnet den Weg das Tor zum Verständnis für die vielfältigen Formen des Körpers zu öffnen. Die sanften Wellen der Bewegungen nach Innen ins Körperdasein bieten Raum dem Körper achtsamer Beachtung zu schenken und ihn wahrzunehmen. Die einfachen Bewegungen in die Stille des Seins entwickeln sich zu einem erfüllten Erleben.
Im Raum der Empfindungen des Körpers wird der Atemfluss, der sanfte Hauch der feinen Luftströme, der sich in Wellenbewegungen ein und aus bewegt, erstaunt erfahren. Plötzlich wird die Bewusstheit für den Atem präsent und gegenwärtig. Der Atem bewegt sich ohne Zutun an Körperorte, die unvorstellbar tief im Inneren liegen und nicht präsent sind. Beginnt die Achtsamkeit und das Empfinden für den Atem entsteht eine mentale Verbindung. Und in der Stille der Bewegungen werden Körper und Atem in der Tiefe des Seins eins. Der verbindende Prozess wird zur Grundlage zur Bewusstheit von Körper, Atem und Geist. Das verbindende Element zur Vereinigung von Body und Mind präsentiert die Präsenz und Tiefe des Atems.
Die Achtsamkeit und Bewusstheit für den Körper, Atem und Geist ist die Basis für den Eintritt in die Gegenwärtigkeit. Die Pracht der Stille entfaltet und breitet sich aus und lässt die Stille in Bewegung erklingen.
Zuweilen spüren wir ein gewisses Unwohlsein, einen Schmerz im Körper oder im Geist. Wir erkennen, dass dieses Unbehagen existiert. Es zu akzeptieren und zu berühren ist ein Schritt in die Bewusstheit des Moments.