Gelassenheit - Gelassen durchs Leben gehen

Bewundernswert sind Menschen, die auch in schwierigen Zeiten heiter, zufrieden und gelassen bleiben können. In einer Situation, in der andere Menschen in Panik verfallen, in Ärger, Wut oder Verzweiflung, bleiben sie vollkommen besonnen, sie sind gelassen. 

Für den griechischen Philosophen Platon war Gelassenheit eine der vier Grundtugenden, mit denen das Leben erfolgreich gemeistert wird. Wie können wir uns von den äusseren Einflüssen nicht mitreissen lassen noch gleichgültig werden. Und auch in schwierigen Zeiten schwerer Erschütterungen das Gleichgewicht, den Gleichmut zu bewahren. Neue Forschungen zeigen: Gelassenheit ist eine innere Haltung, die sich erlernen lässt.

Wer versteht welche innewohnende Qualitäten gelassene Menschen auszeichnet, auf wessen Fundament Gelassenheit gründet, kann jeden Tag durch Bewusstheit und Achtsamkeit ein Stück auf dem Weg zur Kultivierung der Gelassenheit vorankommen.

Gelassenheit, Gleichmut oder Gemütsruhe ist eine innere Haltung, die Fähigkeit auch in schwierigen Situationen gelassen zu bleiben. Die innere Ruhe zu bewahren und sich durch Nichts aus der Fassung bringen zu lassen.

Gelassenheit im Yoga

Ein zentraler Begriff der buddhistischen Schulung des Geistes ist Gleichmut. Gleichmut ist neben Liebe, Mitgefühl und Mitfreude einer der vier unermesslichen oder grenzenlosen Geisteszustände. Gleichbedeutende Begriffe können auch Gelassenheit, Nicht-Anhaften oder Nicht-Unterscheiden sein. Diese Form der Gelassenheit soll im Buddhismus die Weisheit der Gleichheit zum Ausdruck bringen. Dieser Zustand des Geistes der Gelassenheit besitzt die Fähigkeit die dualistische Unterscheidung zwischen sich selbst und anderen Wesen zu vermeiden.

In der Yogaphilosophie gilt Gleichmut oder Gelassenheit als zentrale Grundlage und Fähigkeit. Besonderes in der Bhagavadgita wird die Bedeutung der inneren Ausgeglichenheit hervorgehoben. Der wahre Yogi oder die wahre Yogini, die in der unendlichen wahren Natur ruhen und dadurch einen friedvollen Geist kultivieren. Der Gleichmut im Yoga beschreibt die gleichmütige oder ausgeglichene innere Haltung gegenüber Erfolg und Misserfolg.

In der Yogasutra von Patanjali wird Upeksa - Gleichmut gemeinsam mit Maitri - Freundlichkeit, Liebe, Karuna - Mitgefühl und Mudita - Mitfreude als vier geistige Haltungen genannt, die den Geist friedvoll machen.

Im Yoga geht es darum die unruhigen Geisteswellen und störenden Gedanken zur Ruhe und Ausgeglichenheit zu führen. Dies wird mit folgendem Bild erläutert: "Wir können nur auf den Grund eines Sees schauen, wenn das Wasser ruhig und ungetrübt ist. So können wir das wahre Selbst, die wahre Natur nur schauen, wenn der Geist frei von störenden Wogen wie Gedankenformen ist."

Die fokussierte Ausrichtung auf die Gesamtheit der Yogapraxis fördert den Rückzug in die Ruhe und Stille des Hier und Jetzt. Der gegenwärtige Augenblick wird in der zentrierten Haltung bewusster erfahrbar. Der innere Raum für die unmittelbare Erfahrung und die bewusste Kultivierung der Gelassenheit ist gegeben und offen. Das wiederkehrende Erleben von Ruhe, Stille und Gelassenheit bildet den Nährboden für die Weiterentwicklung der Gelassenheit über den Yoga und die Meditation ins alltägliche Leben. 

Man muss erst lassen können, um gelassen zu sein.

Meister Eckhart

Gelassenheit im Alltag

Im Alltag fühlen wir uns manchmal rastlos, gestresst, niedergeschlagen oder vielleicht auch depressiv. Der beste Nährboden um Gleichmut und Gelassenheit zu stärken. Denn in jedem, wirklich jedem Leben ist Raum für achtsames Gewahrsein, um die positiven Qualitäten wie Gelassenheit zu kultivieren. 

Gelassenheit bedeutet das innere Gleichgewicht zu bewahren und beherrscht, ruhig, gefasst und unerschüttert zu bleiben. Achtsamkeit und Gewahrsein sind wichtige Regulatoren, um immer wieder in einen Zustand von Gelassenheit zurückzukehren.

Gelassenheit wird im direkten Umgang mit der Momenterfahrung geübt, erlernt und kultiviert. Der Alltag bietet uns Tausende von Möglichkeiten Gelassenheit zu üben. Egal ob angenehme oder unangenehme Situationen mit Menschen und Dingen, mit Gefühlen und aufkeimenden Emotionen - sie alle liefern uns Übungsfelder Gelassenheit zu kultivieren.

Gelassenheit zu kultivieren benötigt auch eine Portion Mut, Mut allen Erfahrungen ob angenehm oder unangenehm mit einer inneren Haltung von Gleichmut zu begegnen. Ohne Furcht und Angst den Erfahrungen des Lebens zu begegnen und furchtlos die stabile inner Haltung nach Aussen zu tragen.

Inspiration zur inneren Kultivierung von Gelassenheit und Gleichmut finden wir auch in einer facettenreichen Palette in der Natur wieder. 

Wenn wir in der rechten Haltung achtsam sind, ist jedes Meditationsobjekt das richtige Objekt. Ist jede Erfahrung die richtige Erfahrung.

Sayadaw U Tejaniya
Gelassenheit1
Naomi King Portrait

Naomi King

Inhaberin

Ein zufriedener Mensch ist ein Glücklicher! Mit bewährten Methoden aus Yoga, Meditation und Achtsamkeit öffnen sich neue Perspektiven für Gesundheit, Wohlergehen und innere Freude.

Veröffentlicht:
Angepasst: