Konzentration - Dharana

Das Wort Dharana aus der Gelehrtensprache Sanskrit bezeichnet die einsspitzige Konzentration und klare Ausrichtung des Geistes auf einen Punkt. Aus dem Sanskrit übersetzt bedeutet Dharana halten, unterstützen, tragen.

Im indischen Raja Yoga ist Dharana die sechste Stufe des achtgliedrigen Pfades nach Patanjali. Die ersten fünf Stufen bereiten den Geist vor ruhiger und stiller zu werden. Auf der Stufe des Dharana richtet der Prakizierende seine Konzentration auf den Atem, auf einen Punkt, einen Gegenstand oder ein Mantra aus. Die Übungspraxis der Schuldung der Konzentration bereitet den Geist auf die Meditation Dhyana vor.

Im Gegensatz zur siebten Stufe Dhyana ist Dharana mit willentlicher Anstrengung, bewusster Zentrierung und  achtsamer Konzentration verbunden. Kann diese einsgerichtete Konzentration ohne Abschweifung des Geistes gehalten werden, entsteht ein meditativer Zustand.  Hält diese Konzentration ohne Abschweifen des Geistes an, entsteht ohne bewusstes Zutun Meditation. Dharana, Dhyana und Samadhi werden von Patanjali auch als Samyama oder Sammlung bezeichnet.

Dharana wird als die Bindung des Geistes an einen Ort definiert.

Yoga Sutra III.1 - Deśa-bandhaś cittasya dhāraṇā

Bedeutung Sanskrit - Begriffe

Als sechste Stufe in Patanjalis achtgliedrigem Pfad ist es die Vorstufe zur Meditation und dient dazu, den Geist zu beruhigen und die ständige Ablenkung zu bändigen Es bezeichnet die Konzentration des Bewusstseins auf einen einzigen Punkt, sei es innerlich oder äußerlich, um den Geist zur Ruhe zu bringen. Die geistige Ausrichtung wird durch eine spitzförmige Fokussierung auf ein Objekt geführt. 

Die Bedeutung der Sanskritbegriffe des Verses: deśa-bandhaś cittasya dhāraṇā aus dem Yoga Sutra von Patanjali, lauten folgendermassen:

Deśa: Ort, stelle, Punkt oder Bereich

Bandhaś: Bindung, Fixierung, Festhalten

Cittasya: des Geistes, des Bewusstseins

Dhāraṇā: Konzentration, Konzentrationsfähigkeit, Festhalten

Dharana ist der Zustand, in dem der Übende die Aufmerksamkeit fokussiert und aufrechterhält, oft nachdem die Sinneswahrnehmungen zurückgezogen wurden (Pratyahara). Es ist die Vorstufe zur Meditation (Dhyana) und führt zu einem Zustand der Bewegungslosigkeit des Geistes.

Zentrierte Konzentration

Konzentration ist die willentliche Ausrichtung und Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, das Lösen einer Herausforderung oder Aufgabe oder das Erreichen eines gezielten Zieles. Die Intensität und Dauer der Aufmerksamkeit bestimmt das Mass der Konzentrationsfähigkeit. 

Die Konzentrationsfähigkeit beinhaltet die Fähigkeit störende Reizfaktoren und ablenkende Gedankenformen auszublenden, beziehungsweise die Konzentration erneut auf das Objekt der Konzentration zu lenken. Die Konzentration aufzubauen, zu halten und zu erweitern benötigt mentale Stärke und Übung. Der begrenzte Zeitraum der Aufrechterhaltung der Konzentration kann gezielt über Achtsamkeits- und Aufmerksamkeitsübungen trainiert werden.

Die Tiefe der Meditation wird von der eigenen Konzentrationsfähigkeit bestimmt. Durch eine wiederholende Praxis und Achtsamkeit kann der Zeitraum der Konzentration verlängert und die Tiefe intensiviert werden.

Ekagata ist ein Begriff aus dem Pali-Buddhismus beschreibt die Qualität der Konzentration. Der Begriff bedeutet übersetzt Ruhe des Geistes oder Einspitzigkeit, aber auch Vereinigung des Geistes. Die einpunktige Konzentration und das Einsgerichtetsein des Geistes auf ein Objekt der Konzentration fördert den Zustand des vollkommenen Verweilens in Konzentration.

Der vollständig fokussierte Zustand von Ekagrata beschreibt die zentrierte Konzentration auf ein Objekt. Eine ungestörte, mediative Aufmerksamkeit, die durch eine regelmässige Praxis entwickelt wird, um den Geist von Ablenkungen zu befreien.

Um die Konzentrationsfähigkeit zu schulen wird ein Punkt oder ein Objekt zur Ausrichtung der Zentrierung der Konzentration genutzt. Diesen Punkt oder das Objekt gilt es konzentriert zu betrachten und alle Aufmerksamkeit darauf zu richten bis Betrachter und Betrachtendes miteinander verschmilzt. 

In der Meditation werden verschiedene Methoden zur Schulung der Konzentration genutzt. Je nach Tradition kann eine brennende Kerzenflamme fokussiert werden oder der Blick wird über die Nasenspitze Richtung Boden gelenkt. Die eingerichtete und ausdauernde Konzentration auf das Objekt der Konzentration führt den Geist in eine Ruhe und Stille, weil die Gedankenformen und Störfaktoren durch die Ausrichtung vermindert werden. 

Das Training der Konzentration kann herausfordernd und anstrengend sein. Kleine Pausen können genutzt werden, indem die Augen kurz geschlossen werden oder der Blick vom Objekt weggeführt wird. 

Trataka ist eine yogische Reinigungsübung der Augen und eine meditative Technik. Die Konzentration wird intensiv auf einen Punkt, oft auf eine Kerzenflamme gerichtet und diese ohne zu blinzeln fixiert. Die Praxis dient der Förderung der Konzentration, der Stärkung der Augenmuskeln und der Beruhigung des Geistes. Die Übung umfasst das äussere Starren auf ein Obejekt oder eine Kerzenflamme und der anschliessenden Visualisierung des Nachbildes.

Lerne Konzentration und wende sie in jeder Weise an. So verlierst du nichts. Wer das Ganze hat, hat auch die Teile.

Swami Vivekananda
Naomi King Portrait

Naomi King

Inhaberin

Ein zufriedener Mensch ist ein Glücklicher! Mit bewährten Methoden aus Yoga, Meditation und Achtsamkeit öffnen sich neue Perspektiven für Gesundheit, Wohlergehen und innere Freude.

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